Wie nah
kann ich dem Leben
wirklich kommen?
Mit sechs Jahren wollte ich Priester werden. Natürlich habe ich damals nicht in den Worten gedacht, die ich heute dafür habe. Aber ich erinnere mich an die Faszination für etwas Geheimnisvolles und Unsagbares, das ich in der Kirche erlebte. Ich wollte diesem Geheimnis dienen. Vielleicht noch einfacher:
Ich wollte ganz nah dran sein.
Priester bin ich nicht geworden. Ich studierte Theologie, und vielleicht gerade deshalb wurde mir vieles an der Lehre der Kirche und an der vorgesehenen Lebensform fremd. Geblieben ist das Feuer, das in mir brannte.
Später fand ich die Gestalttherapie. Sie wurde für mich zu einer weltlichen Form dessen, was ich einmal als Seelsorge verstanden hatte: Menschen in wesentlichen Prozessen ihres Lebens zu begleiten. In der Gestalttherapie fand ich zugleich ein Menschenbild wieder, das mir bereits vertraut war und das durch meine Beschäftigung mit Christentum und Buddhismus eine neue Form angenommen hatte. Dazu gehört ein tiefes Vertrauen in das Leben – die Erfahrung, dass das Leben nicht kontrolliert werden muss, sondern für sich selbst sorgt.
Seitdem arbeite ich mit Menschen. Und parallel dazu ging meine eigene Suche weiter. Mich interessierte immer auch die Frage, was jenseits der Person liegt, für die wir uns halten. Was ist das Größere? Was bleibt, wenn unsere vertrauten Vorstellungen über uns selbst für einen Moment keine Sicherheit mehr geben? Was bleibt, wenn alles vergeht, woran wir unser Selbstbild hängen?
Ich habe auf dieser Suche sehr unterschiedliche Wege kennengelernt und ausprobiert. Eine für mich wesentliche Begegnung war die Arbeit mit Paul Lowe. Bei ihm erlebte ich zum ersten Mal in einer für mich glaubhaften und auch persönlich transformierenden Weise, dass spirituelle Suche und unser ganz gewöhnliches menschliches Leben miteinander verwoben sind. Dieser gegenwärtige Moment ist die Pforte zu allem, was dahinter liegt. Der Weg führt mitten durch diesen Moment, durch diesen Körper, durch die Begegnung mit anderen und durch das Leben, das wir tatsächlich leben.
Damit begann sich meine Arbeit zu verändern.
Die therapeutische Begleitung führt Menschen in ihrer Bewusstseinsentwicklung durch tiefe Veränderungsprozesse, stoppt aber zumeist dort, wo das unbekannte Land jenseits der begrenzten Persönlichkeit beginnt. Diese Grenze zieht mein Interesse auf sich und damit Fragen wie: Was geschieht, wenn wir aufhören, das Leben von unserer Vergangenheit erklären und bestimmen zu lassen, und es wagen, uns dem Nicht-Wissen hinzugeben – bereit, in jedem Moment unerforschte Landschaften zu erkunden?
Vieles von dem, was wir für unsere Persönlichkeit halten, läuft erstaunlich vorhersehbar ab – wie eine Maschine. Erfahrungen aus unserer Vergangenheit werden zu Gewohnheiten, Gewissheiten und Überzeugungen. Aus ihnen erschaffen wir immer wieder eine Zukunft, die dem ähnelt, was wir bereits kennen.
Mich interessiert die Möglichkeit, diesen Kreislauf zu verlassen.
Aus dieser Bewegung ist BECOMING REAL entstanden. Aus dem Wunsch, über therapeutische Arbeit hinauszugehen, ohne daraus ein verfeinertes Coaching oder eine rein spirituelle Praxis zu machen. Mich interessiert ein Weg ohne Umschweife, der den gegenwärtigen Moment zum Ausgangspunkt nimmt: die eigene Unfreiheit zu erkennen, das Vertraute zu verlassen und etwas Neues zu wagen.Die Frage darunter ist immer noch dieselbe wie damals: Wie nah kann ich dem Leben wirklich kommen?
Theologie, Assisi und die Suche
Studium der Theologie in Bonn und Wien. Zwischen 1981 und 1985 längere Aufenthalte in der spirituellen Gemeinschaft San Masseo bei Assisi.
Gestalttherapie und die Arbeit mit Menschen
1989–1993 Ausbildung in Gestalttherapie. Seit 1993 therapeutische Arbeit. 1995 Mitgründung des Gestalt Forums Marburg und dort bis 1999 Leitung von Ausbildungsgruppen. Später gestaltorientierte Supervision in sozialen Einrichtungen und Ausbildung von Gestalttherapeut:innen.
Unterwegs
2005–2008 gemeinsame Reisejahre als Familie durch Europa und Indien.
Orte für die Arbeit
2010 Aufbau eines Seminarhauses im Simonswald bei Freiburg. 2011 Gründung des Gestalt-Forum Freiburg. Seit 2016 Aufbau von Terra Buona bei Assisi und schrittweise Übersiedlung nach Umbrien. 2023 kommt das Piccolo Castello in Nottiano als weiterer Lebens- und Arbeitsort hinzu. Das Gestalt-Forum Freiburg entwickelt sich zum Gestalt Forum – Transformative Gestalttherapie.
Buch
2026 erscheint mein Buches Transformative Gestalttherapie. Leben im Kontakt mit dem Unbekannten.
BECOMING REAL
2026 entsteht aus meinem bisherigen Weg BECOMING REAL und erweitert meine bisherige Arbeit um eine neue Form der Begleitung.